Nonnen, Mönche und Biber - was hat das mit Dachhandwerk zu tun?
Hier handelt es sich um alte volkstümliche Begriffe in der Dacheindeckung und man merkt sehr schnell, dass unsere Dachdecker-Vorfahren schon einiges an Humor hatten.
„Ein Mönch deckt zwei Nonnen!“ ist heute immer noch eine gebräuchliche Gedankenstütze zur Verlegeart.
Gerne bringen wir ein wenig Licht in die Bedeutung der einzelnen Ziegel-Begriffe.

Mönch und Nonne – auch Klosterziegel genannt
Dabei handelt es sich um eine der ältesten Dacheindeckungen, die eher typisch für den mediterranen Raum ist.
- Nonne wird auch Trog Ziegel genannt, ist die untere Unterschale und wird konkav (nach innen gewölbt) verlegt.
- Mönch wird auch Deckziegel genannt, ist die obere Oberschale und wird konvex (nach außen gewölbt) über die Fugen von 2 Nonnen gelegt
Nonne und Mönch Ziegel sind konisch zulaufende Hohlziegel.

Biberschwanzziegel
Ein flacher Dachziegel ohne Falz und Mulde, oft verwendete Dacheindeckung in Süd- und Ostdeutschland.
- Deckarten: vorrangige Verwendung bei Steildächern in Kronendeckung (zwei Ziegel auf einer Latte), Doppeldeckung (jede Reihe auf eigener Latte) oder Einfachdeckung mit Spließen (werden in einer Schicht auf die Latten gehängt. Überlappung nur an Ober- und Unterkanten. Spließ – ein länglicher Streifen aus Holz – der das durch die Längsfuge eindringende Regenwasser auf den darunterliegenden Ziegel leitet.
Da diese Tonziegel sehr flach sind und eine abgerundete Unterkante haben, ähneln sie stark einem Biberschwanz.

Sargdeckel – Firstziegel
Der volkstümliche Begriff Sargdeckel ist eher eine regionale Bezeichnung für ein Firstziegel-Modell.
- Form und Funktion: ein oft recht kantiger und flacher Firstziegel, der optisch an einen Sargdeckel erinnert. Er dient als Abschluss am First, der Dachspitze

